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Rennbericht einer Co-Pilotin

 
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Lea Klein



Anmeldungsdatum: 05.11.2003
Beiträge: 34
Wohnort: Bingen am Rhein

BeitragVerfasst am: So 11.Nov, 2007 19:13    Titel: Rennbericht einer Co-Pilotin Antworten mit Zitat

Mein erstes Mal als Co-Pilotin! Da hab ich schon so viel Rennerei hinter mir, als Fahrer in Langstrecke und Sprint, 5 Jahre als Teamchefin, aber ich kann ja die Nase nicht voll bekommen und für neue Erfahrungen bin ich halt auch immer zu haben!

Übelkeit ist für mich ein Fremdwort, das wusste ich schon vom Segeln, das haben wir dann auch festgestellt, als wir zuhause auf sämtlichen Serpentinen und durch die Wälder mit einem 964er (juhu) testen waren und ich während der Fahrt dem Georg aus der Porsche-Scene vorgelesen habe. Nach dem Extremtesting hatte ich immer noch Spass, übel war mir auch nicht, perfekt.

Also Einsatz bei der RKA 2007 an der Seite von Georg Berlandy. Gut, dachte ich mir, der kann´s ja, er hat ja schon viermal gewonnen, mit dem Auto umgehen kann er auch – das hab ich beobachtet, als er letztes Jahr in meinem Team gefahren ist – jippiejayeah, los geht´s. Georg hat ein Auto neu aufgebaut, einen Opel Ascona A im Fröhlich-Design, superschönes Auto mit einem motivierten Gerent 2,0 l Motor.

Gebe zu, ich war schon ziemlich hippelig am Freitag. Angekommen in der Eifel, haben wir den Schnee auf den Baumwipfeln gesehen, es stürmte, regnete wie aus Eimern, war Eifel-%/&*“%-kalt, „Langeunterhosenwetter“ also.
Ein Bericht über mich im Veranstaltungsheft – huch, wie lustig - Papierabnahme, Technische Abnahme, Opelchen putzen, endlich Anzug anziehen, wird auch höchste Zeit.
Start 18:01 Uhr im schönen, festlich beleuchteten Mayschoss, wir über die Rampe, Mann war das aufregend. Und kaum gab Georg Gas, fuhr quer um die Ecke zur ersten WP, war ich die Ruhe selbst.

Die erste WP ist die Weinbaudomäne und startet in Marienthal. Wir standen am Start, kleiner Schreck vorweg, Georg hatte den Lüfter vergessen anzustellen – er war halt auch nervös, wie süss – das Auto rauchte, aber dann waren wir dran mit unserer Startnummer 12, ich zähle mit, 5, 4, 3, 2, 1, jippie, los geht´s. Das Opelchen hat sich noch ein bisschen verschluckt vor Schreck, Georg voll am Gas, 100 Rechts 5, 50 Links 5, 50 Rechts 4, sofort Kehre Links , uiui war das glatt, nass und voller Laub im Wald. Was mich vollkommen fasziniert hat, war der Grip mit diesem Auto, das war schon irre. Unten angekommen, erfuhren wir dann, dass wir die schnellste Zeit mit 6 Sekunden Vorsprung gefahren hatten und deshalb am nächsten Morgen als Erste starten würden, abgeklatscht, juhu, gut gemacht.

Am nächsten Morgen war ich zappelig, konnte es kaum erwarten, dass es jetzt losgeht. Wir starteten pünktlich um 9:01 Uhr von der Rampe zur Verbindungsetappe nach Krälingen, WP Sahrbachtal. Wieder 5,4,3,2,1, jippie! Es klappte gut, überrascht waren wir doch, dass wir wieder mal die Schnellsten waren.

Weiter geht´s nach Lückenbach. Schotterstück in Reifferscheid, wie geil ist das denn, Opel und Georg fühlten sich pudelwohl, das ging wie Hölle. Meine Notizen passten perfekt, mir war immer noch nicht schlecht, ich hatte einen irren Spass, WP zu Ende, wieder schnellste Zeit. OK. Ab nach Antweiler, zwischendurch mal wieder tanken, der Kleine hat halt Durst, er leistet ja auch was, also gib ihm. Unsere Servicemannschaft musste ganz schön rödeln, um immer hinter uns herzukommen. Danke Jungs!

Antweiler, wieder Schnellste, abgeklatscht, jippie!!!
Jetzt kam das für mich Spannendste: meine Nordschleife entgegengesetzt!!! Schnell noch Reifen wechseln, tanken, auf nach Breitscheid. Leider hatten wir in unserem Opel immer mit beschlagenen Scheiben zu kämpfen. Das war für Georg schon sehr schwierig, für mich auch deshalb, weil es plötzlich hiess: Seh`nichts, Lappen!!! Ich also Notizen in der Hand, Kuli für weitere Notizen, Lappen für die Scheibe, aber alles ok.
In Breitscheid losgefahren, merkten wir, dass es höllisch glatt war, es war am regnen aus Eimern und wohl ziemlich kalt. Georg sagte nur ab und zu: Ach %&/(=“§$, ist das glatt. Jetzt auf die Nordschleife, ich hatte das Gefühl ich müsste sagen: HALT, andere Richtung, ach nee, war ja doch ne andere Veranstaltung. Es war so unglaublich glatt, dass Georg mindestens dreimal rief: Achtung, jetzt, wir fliegen ab! Aber nichts passierte, der Mann hat das Auto absolut im Griff, der Ascona hatte trotzdem einen Wahnsinnsgrip, alles ging gut. Im Pflanzgarten fragte er dann: wo sind wir denn? Dann Wippermänner von unten hoch, uiui, Karussell andersrum, Hölle, das Kesselchen runter, Mann ist das steil, Ex-Mühle von oben ist auch eine seltsame Kurve, im Wehrseifen habe ich dann beschlossen: das fahre ich niemals selbst, wir gerutscht, teilweise über alle viere, immer wieder Scheiben putzen….Die Fuchsröhre ist andersrum genauso steil. In der Hatzenbach sind wir dann doch mal über die Wiese, das war dann eher lustig, weil ich immer noch das Gefühl hatte, falsch falsch, rumdrehen!!! Ich habe dann immer gesagt, jetzt kommt ne Links, jetzt kommt ne Rechts, hier ist es immer glatt, das ändert sich ja nicht mit dem Richtungswechsel. Also, alles ging gut, mehr ging nicht, nach uns hörte der Regen auf, die Strecke trocknete ab, die weiteren Starter waren dann im Vorteil, die haben wohl auch mehr gesehen wie wir
Very Happy
Jetzt Rundkurs mit Hinblick auf Mittagspause, ich hatte Hunger und musste dringend mal…
Darius startete vor uns, er war mit seinem Service eher fertig. Wir am Start, 5,4,3,2,1, jippie, los geht´s, das Auto flog fast, vom Gefühl her superschnell, dachte, hier geht alles voll, Wahnsinn. In der dritten Runde dann sah ich plötzlich das Heck von einem weissen Escort um die Ecke vom Gewerbegebiet driften. ?? Das gibt´s doch nicht, GAS GAS, Georg machte alle Lampen an, GAS, aufs Schotterstück, Darius vor uns, Eingangs Südschleife dann haben wir ihn überholt, das war superspannend!! Jippiejayeah, während dem Fahren noch abgeklatscht, ab geht´s zu Mittagspause!

Danach die WP Insul, die uns beiden richtig Spass machte, wo aber Darius eine Sekunde schneller war, sehr gut. Auf nach Fuchshofen, die Vibrationen an der Hinterachse wurden stärker, egal, weiter geht´s.
Am Start gab uns der nette Steckenposten Schokolade, danke noch mal, 5,4,3,2,1, jippie, auf in die Serpentinen. Irre schmierig, Dreck, Laub, alles auf der Strasse, irgendwie wollte der Opel nicht so wie Georg, plötzlich TOCK, Einschlag Leitplanke, =%&/§$% weiter geht´s, letzte Serpentine supereng, ein Riesenknall und irgendwas flog weg, Georg sagte: Das war´s, vorbei, wir ausgerollt in einen Feldweg, Motor aus, Totenstille.
Da stehst du dann, verstehst die Welt nicht mehr, das Adrenalin noch im Körper, der läuft auf Hochtouren und du bist irgendwie wie gefühllos. Ich stand im eiskalten Wind auf der Höhe von Fuchshofen, mir war nicht kalt und ich hab nix kapiert. Wir hatten bis zum Ausfall 2:14 Minuten Vorsprung auf die späteren Sieger Drzensla/Schaaf!!!! Ist schon überzeugend, oder? Es ist wohl der Ausrückhebel von der Kupplung gebrochen und hat alle möglichen Teile – Schwungrad, Getriebeglocke u.ä. – weggesprengt, die dann durch die Motorhaue rausgeknallt sind.
Nun mussten wir knapp 2 Stunden warten, bis die WP vorbei war. Wir haben uns ins Auto gesetzt, eine ganz nette Streckenpostendame brachte uns Kekse, Decken, Apfelschorle und Jacken – ganz lieben Dank an dieser Stelle, ohne wäre ich erfroren – und warteten. Irgendwann kamen dann bei mir mal Tränchen, weil ich so enttäuscht war, aber so ist das im Motorsport.
Ich persönlich habe jetzt noch eine Rechnung offen mit der Köln-Ahrweiler, habe am Job einer Co-Pilotin auch einen Riesenspass gefunden und möchte Wiederholung.

Mal sehen, was geht, was Opelchen und Berlandy so in Zukunft vorhaben……., denn eins muss ich wiederholen, Georg kann´s wirklich, absolutes Kompliment!!!
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Sabine Hogreve



Anmeldungsdatum: 30.06.2004
Beiträge: 222
Wohnort: Kerpen

BeitragVerfasst am: Mo 12.Nov, 2007 7:40    Titel: Re: Rennbericht einer Co-Pilotin Antworten mit Zitat

Lea Klein hat folgendes geschrieben::
Irre schmierig, Dreck, Laub, alles auf der Strasse, irgendwie wollte der Opel nicht so wie Georg, plötzlich TOCK, Einschlag Leitplanke, =%&/§$% weiter geht´s, letzte Serpentine supereng, ein Riesenknall und irgendwas flog weg, Georg sagte: Das war´s, vorbei, wir ausgerollt in einen Feldweg, Motor aus, Totenstille.
Da stehst du dann, verstehst die Welt nicht mehr, das Adrenalin noch im Körper, der läuft auf Hochtouren und du bist irgendwie wie gefühllos. Ich stand im eiskalten Wind auf der Höhe von Fuchshofen, mir war nicht kalt und ich hab nix kapiert. Wir hatten bis zum Ausfall 2:14 Minuten Vorsprung auf die späteren Sieger Drzensla/Schaaf!!!! Ist schon überzeugend, oder? Es ist wohl der Ausrückhebel von der Kupplung gebrochen und hat alle möglichen Teile – Schwungrad, Getriebeglocke u.ä. – weggesprengt, die dann durch die Motorhaue rausgeknallt sind.
Nun mussten wir knapp 2 Stunden warten, bis die WP vorbei war. Wir haben uns ins Auto gesetzt, eine ganz nette Streckenpostendame brachte uns Kekse, Decken, Apfelschorle und Jacken – ganz lieben Dank an dieser Stelle, ohne wäre ich erfroren – und warteten. Irgendwann kamen dann bei mir mal Tränchen, weil ich so enttäuscht war, aber so ist das im Motorsport.


Klasse Bericht und Ihr beide seit wirklich unheimlich spektakulär unterwegs gewesen und so hat das dann leider nacher ausgesehen.

http://picasaweb.google.de/Sportimpression/RallyeKA2007/photo#5131314391074723618

http://picasaweb.google.de/Sportimpression/RallyeKA2007/photo#5131314356714985218

Gruß
Sabine
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Darius Müller



Anmeldungsdatum: 18.05.2007
Beiträge: 57
Wohnort: Adenau

BeitragVerfasst am: Mo 12.Nov, 2007 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Super Bericht!!!
Nur schade für euch!!!
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Isa Klein



Anmeldungsdatum: 28.03.2007
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: Mo 12.Nov, 2007 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Also mama, ich bin stolz auf dich!! Very Happy Das Antiübelkeitsgen hast du mir wohl nicht vererbt.... Laughing

Toller Bericht, aber sehr sehr schade, dass ihr es nicht zu Ende bringen konntet! Naja nächstes Jahr dann auf ein neues und in der Zwischenzeit können wir uns ja mit Langstrecke beschäftigen, stimmts?!
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Herbert Bersch



Anmeldungsdatum: 08.11.2007
Beiträge: 70
Wohnort: Bad Breisig

BeitragVerfasst am: Mo 12.Nov, 2007 16:25    Titel: Das Opelchen Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Beiden, ist ja falsch; Hallo Ihr Drei.
Toller Bericht.
Das war ja die Generalprobe, keine Panik. Danach wirds immer besser.
Macht bitte weiter.
Mit motorsportlichen Grüßen
Herbert Bersch Very Happy
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